Ein fringe-writers-Projekt des fringe ensemble

Überall gehen gerade Türen zu: zwischen Ländern, zwischen Nachbar:innen, Freund:innen und manchmal am eigenen Küchentisch. Wer anders denkt, wird zum Gegner. Wer anders lebt, gehört nicht dazu. Lager verschanzen sich, Gespräche brechen ab, bevor sie richtig begonnen haben. Man zieht sich zurück in die eigene Blase. Autoritäre Kräfte gewinnen in diesem gesellschaftlichen Klima an Boden. In einer Zeit, in der Gräben tiefer werden und sich Türen schließen, öffnen wir ein Haus mitten im Zentrum der Stadtgesellschaft und wollen dem etwas entgegensetzen.

Wir haben fünf Autor:innen aus fünf Ländern eingeladen, aus ihren Blickwinkeln über diese Zeit und ihre Stimmungen zu schreiben. Magdalena Barile (Italien), Lenka Tomandl Čepková (Slowakei), Ceren Ercan (Türkei), Jón Atli Jónasson (Island) und Lothar Kittstein (Deutschland) kommen im OPEN HOUSE in wechselnden Konstellationen zusammen: real vor Ort und digital über Distanzen hinweg zugeschaltet. Dabei brechen sie mit einer Gewohnheit des Schreibens: Sie schreiben live, öffentlich und – als eine Antwort auf die vielfältigen Spaltungen – nicht allein. Sie lassen ihre Texte einander begegnen, antworten aufeinander und inspirieren sich gegenseitig. Das gemeinsame Schreiben ist für sie mehr als eine Methode: Es ist eine Haltung und ein widerständiger Entwurf zu Abschottung und Vereinzelung.

Das OPEN HOUSE macht diese Haltung öffentlich und lädt dazu ein, sich auf sie einzulassen. Hier kann man erleben, wie Text entsteht, und mehr: wie aus einzelnen Stimmen etwas Gemeinsames wird, wie Gedanken von einer Sprache in die andere wandern und wie aus den Fragen, die die Autor:innen in der Reibung mit der Wirklichkeit aufgreifen, Texte werden. Installationen, Bilder und Klänge machen das Schreiben sicht- und hörbar. Schauspieler:innen geben den Texten ihre Stimme, Performances machen den vielstimmigen Kosmos erlebbar. Und die Besucher:innen sind eingeladen, sich auf unterschiedliche Weise mit ihren eigenen Gedanken einzubringen.

Drei Wochen lang wird im OPEN HOUSE nicht nur gemeinsam geschrieben, sondern auch gelesen, gegessen, gefeiert, zugehört und gestritten: im Gespräch mit den Autor:innen, am gemeinsamen Mittagstisch, bei Lesungen, Clubabenden und Performances.

Kommen Sie vorbei, einmal oder immer wieder. Die Tür ist offen.

Di 10. – So 29. November 2026
in einem Haus in der Bonner Innenstadt

Den genauen Ort und die Öffnungszeiten werden wir in Kürze hier veröffentlichen.

Autor:innen
Magdalena Barile (IT), Lenka T. Čepková (SK), Ceren Ercan (TR), Jón Atli Jónasson (IS), Lothar Kittstein (DE)

Performer:innen
David Fischer, Justine Hauer, Manuel Klein, Bettina Marugg, Andreas Meidinger, Laila Nielsen, Anna Tabea Stockbrügger

Musiker:innen
Jan Klare, Judith Simon, Achim Zepezauer

Künstlerische Leitung: Frank Heuel, Annika Ley
Regie: Frank Heuel
Raum, Installation, Video, Kostüme: Annika Ley
Ausstattungsassistenz: Helena Briede
Dramaturgie, Regie-Assistenz: Lutz Ackermann
Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit: Claudia Grönemeyer
Produktionsmanagement: Svenja Pauka

Gefördert von: Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn. Mit freundlicher Unterstützung des Innenstadt Managements Bonn.